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Stand: 05.07.2016
  • 3. Dezember 2018  - 

    ganztags
  • 31. Dezember 2021

Leitung in Einrichtungen der Behindertenhilfe und Psychiatrie

Ausgangssituation
Veränderungsprozesse in Diensten und Einrichtungen der katholischen Behindertenhilfe und Psychiatrie haben sich in den vergangenen Jahren enorm beschleunigt. Dezentralisierungsmaßnahmen, ein weiterentwickeltes Verständnis von Selbstbestimmung und das Bestreben, Menschen mit Behinderung eine bessere Integration in die Gesellschaft zu ermöglichen, erfordern neue Konzepte, Mut zur Veränderung und Konfliktfähigkeit. Leiterinnen und Leiter der mittleren Führungsebene stehen in diesen Veränderungsprozessen im Spannungsfeld der Interessen zwischen Institution, den Menschen mit Behinderung und den Mitarbeitenden. Um dieses Spannungsfeld nicht nur aushalten, sondern möglichst konstruktiv gestalten zu können, ist es wichtig, eine klare Vorstellung von der eigenen Rolle als Führungskraft zu haben und zu entwickeln.
Leiter/-innen nehmen eine personenbezogene und sachgerechte Mitarbeiterführung in einem sehr differenzierten Beziehungsgeflecht wahr. Sie sind nicht nur für nachgeordnete Mitarbeiter/-innen verantwortlich, sondern stehen auch in Arbeitsbeziehungen zu anderen leitenden Mitarbeiter(inne)n, zu den Menschen mit Behinderung und deren Angehörigen sowie zu den Trägervertreter(inne)n. Dieses Beziehungsnetz, in dem der/die Leiter/-in die eigene Position und Rolle adäquat zu gestalten hat, wird von unterschiedlichen, sich manchmal gegenseitig ausschließenden Erwartungen geprägt.
Die Zuständigkeit für Konzeptentwicklung bringt es mit sich, Spannungen aushalten, verstehen und vermitteln zu müssen, die sich aus heilpädagogischen Zielsetzungen, dem Leistungsrecht, Finanzierungsmöglichkeiten und fachlichen Ressourcen der Mitarbeiter/-innen ergeben. Somit macht die Motivation von Mitarbeitenden, aber auch die Klärung von Konflikten den normalen Arbeitsalltag von Führungskräften aus. Für den Umgang damit bedarf es persönlicher, fachlicher und methodischer Fähigkeiten, die planvoll und systematisch in einer geführten Lerngruppe erworben werden können.


Ziele
Der Kurs hat das Ziel, eine rollenangemessene, personen- und sachbezogene Wahrnehmung der Führungs- und Leitungsaufgaben in Einrichtungen der Behindertenhilfe zu fördern.

  • Vergewisserung über das berufliche Selbstverständnis im Hinblick auf den eigenen beruflichen Werdegang, die erworbene Fachkompetenz und den persönlichen Werthintergrund,
  • Standortbestimmung als Leiter/-in in Verbindung mit und Abgrenzung von vorgegebenen Zielen und Wertvorstellungen der Caritas,
  • Rollenklärung gegenüber den nachgeordneten Mitarbeiter(inne)n, den Menschen mit Behinderung und dem/der eigenen Vorgesetzten,
  • Entwicklung von methodisch angemessenem Führungshandeln,
  • Kritische Reflexion von Konzepten und Strukturen im eigenen Arbeitsbereich und im System der Behindertenhilfe.


Inhalte
Nachfolgende Themenbereiche werden im Verlauf des Kurses bearbeitet.
Persönliche berufliche Identität

  • Erweiterung der Selbst- und Fremdwahrnehmung, Umgang mit Gefühlen, Phantasien und Vermutungen, Umgang mit Macht und Ohnmacht, Nähe und Distanz, Rivalität, Angst, Neid, usw.;
  • Entwicklung einer sach- und beziehungsorientierten Kommunikations- und Konfliktfähigkeit;
  • Reflexion von persönlichen Bedingungen wie z.B. berufliche Herkunft, Lebensalter, Geschlechtsidentität;
  • Entwicklung eines persönlich-fachlichen Führungsstils und Perspektiven für ein Führungskonzept.

Rollen, Aufgaben und Verhalten
  • Analyse und Bewertung des eigenen Aufgabenbereiches;
  • Methodische und persönliche Anforderungen an ein zielgerichtetes Führungshandeln wie Ziele setzen und vereinbaren, entscheiden, durchsetzen, delegieren, kontrollieren, informieren, beraten, verhandeln
  • Umsetzung der Mitarbeiterführung in ausgewählten Bereichen: Mitarbeitergespräche, Leitung von Dienstbesprechungen und Konferenzen;
  • Leitungsaufgaben im Umgang mit Menschen mit Behinderung und deren Angehörigen, gegenüber dem Träger und den Vorgesetzten sowie der Öffentlichkeit und Kostenträgern;
  • Umgang mit Konflikten, Erwerb von Belastbarkeit und Klarheit;

  • Erhalt der Arbeitsfähigkeit - auch bei hoher Belastung;
  • Diagnose und Reflexion von Gruppenprozessen und Prozessen in Organisationen, Differenzierung von Leitungsfunktionen in Gruppen.

Rahmenbedingungen der institutionalisierten Behindertenhilfe
  • Selbstbestimmung/Teilhabe als Werte für die Arbeit mit Menschen mit Behinderung;
  • Umwandlung der Angebote durch Dezentralisierung, Ambulantisierung, Gemeindenähe, Budgetierung, sozialraumorientierte Konzepte;
  • Ziele, Werte und Strukturen der Behindertenhilfe in katholischer Trägerschaft und in der Caritas;
  • Wahrnehmen der Organisationskultur und Organisationsdynamik, (Mit)Gestalten von Veränderungsprozessen;
  • Aktuelle Situation der Behindertenhilfe im System freier und staatlicher Wohlfahrtspflege (z.B. zum aktuellen Stand sozialpolitischer und leistungsrechtlicher Diskussionen).


Lernorganisation und Lernorte
Der Kurs umfasst drei fünftägige Abschnitte (Montag bis Freitag), zwei sechstägige (Montag bis Samstag) und einen zehntägigen Abschnitt (Montag bis Mittwoch, das Wochenende ist ab Samstagmittag frei) sowie zehn eintägige Treffen in regionalen Supervisionsgruppen.
Vor Kursbeginn finden Einführungstage vom 01. bis 02. Oktober 2018 in Freiburg statt. Sie gehen dem Kurs voraus und dienen der ausführlichen Information über das Kurskonzept.


Sechs Abschnitte
I. Abschnitt: 03. - 07. Dezember 2018 in Freiburg (5 Tage)
II. Abschnitt: 06. – 11. Mai 2019 in Freiburg (6 Tage)
III. Abschnitt: 11. – 15. November 2019 in Freiburg (5 Tage)
IV. + V. Abschnitt 09. - 13. März 2020 in Würzburg (5 Tage) / Herbst (6 Tage) 2020 in Freiburg
VI. Abschnitt: Frühjahr 2021 (10 Tage inkl. Kolloquium) in Freiburg
Die separate Buchung von einzelnen Kursabschnitten ist nicht möglich!
Supervisionsgruppen
Zwischen den Abschnitten finden zehn eintägige Supervisionsgruppentreffen statt. Die Supervision dient der Entwicklung der beruflichen Identität als Leiter/-in. Es werden Praxisprobleme, die von den Teilnehmer(inne)n eingebracht werden, bearbeitet. Jede Gruppe wird von einem/einer Supervisor/-in geleitet, der/die von der Kursleitung benannt wird.
Abschluss
Der Kurs schließt mit einem Kolloquium ab. Der Abschluss wird mit einem Zertifikat bestätigt.
Der Kurs ist in Kombination mit dem Grundlagenseminar von CAPhandy als sonderpädagogische Zusatzqualifikation anerkannt.
Der Bundesverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e.V. (CBP), Fachverband im Deutschen Caritasverband (DCV), bestätigt die Eignung dieser Weiterbildung im Sinne des § 2 der Heimpersonalverordnung für Wohnangebote für Erwachsene mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen.


Arbeitsformen
Im Kursverlauf werden Lernformen angewandt, die an die Praxiserfahrungen und die beruflichen, sozialen sowie persönlichen Kompetenzen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer unmittelbar anknüpfen. Die Gruppensituation im Kurs - sei es im Plenum oder in Arbeitsgruppen - wird als Lernfeld genutzt. Berufsrollenbezogene Selbsterfahrung, Prozessdiagnosen, Rollenspiele, Transferübungen und Kurzreferate sind u. a. die methodischen Mittel.


Kosten
Teilnahmegebühr der Einführungstage 60,00 €
Kosten für Unterkunft und Verpflegung:
Der Tagessatz für Unterkunft und Verpflegung im Caritas Tagungszentrum Fortbildungs-Akademie beträgt derzeit 101,00 €
Übernachtung mit Frühstück: 54,00 € pro Nacht
Tagespauschale mit Abendessen: 47,00 € pro Tag
Tagespauschale ohne Abendessen: 35,50 € pro Tag
Die Preise richten sich nach der gültigen Preisliste des jeweiligen Tagungshauses. Mit Anpassungen muss gerechnet werden.


Supervisionsgruppen pro Treffen: 125,00 €
Für die Supervisionstreffen entstehen den Teilnehmer(inne)n gegebenenfalls zusätzliche Kosten für Fahrt, Verpflegung und Unterbringung.


Abschlussgebühr: 50,00 €
Die ausführlichen Zahlungsbedingungen sind im Fortbildungs-Vertrag geregelt, der zwischen der Fortbildungs-Akademie und dem/der Teilnehmer/-in nach den Einführungstagen abgeschlossen wird.
Die Teilnahmegebühr, die Kosten für Unterkunft/Verpflegung sowie ab dem II. Kursabschnitt die anteiligen Kosten für Supervision (separate Rechnung) werden von der Fortbildungs-Akademie vor dem jeweiligen Kursabschnitt in Rechnung gestellt.


Für Ihre Teilnahme können Sie bei uns verschiedene Fördermöglichkeiten nutzen. Mehr dazu finden Sie auf unserer Homepage www.fak-caritas.de. Bitte beachten Sie, dass eine von Ihnen beantragte Förderung zunächst mit der Teilnahmegebühr verrechnet wird. Sollte diese Förderung nicht bewilligt werden, wird Ihnen der Differenzbetrag zur vollen Teilnahmegebühr nachträglich in Rechnung gestellt!


Am Kurs können maximal 22 Teilnehmer/-innen teilnehmen. Der Eingang der Anmeldung wird von der Fortbildungs-Akademie schriftlich bestätigt.
Wenn die Zahl der Anmeldungen die für den Kurs festgelegte Anzahl der Teilnehmer/-innenplätze überschreitet, führt die Kursleitung ein Auswahlverfahren durch. Zur Unterstützung dienen die Fragen auf dem Anmeldeformular.
Zu den Einführungstagen werden nur so viele Interessent(inn)en eingeladen, wie Plätze für den Kurs vorgesehen sind. Erst danach erfolgt die endgültige Teilnahmevereinbarung durch Vertragsschluss.


Zielgruppe

Leiter/-innen in Einrichtungen der Behindertenhilfe, z.B.
Leiter/-innen von Wohnangeboten (Wohnheimen und -bereichen),
Leiter/-innen von Werkstätten für Menschen mit Behinderung
Leiter/-innen von Tagesförderstätten,
Leiter/-innen von Kindertagesstätten,
Schulleiter/-innen,
Leiter/-innen von Berufsbildungswerken

Zulassungsbedingungen
Anstellung als Leiter/-in seit mindestens einem halben Jahr vor Kursbeginn. Die Teilnehmenden sollen in der Mitarbeiter(innen)führung mit Verantwortung für die Fachlichkeit und Kooperation nachgeordneter Mitarbeiter/-innen und Mitarbeiter(innen)gruppen tätig sein. Sie sind nicht direkt dem Träger unterstellt.

Max. Teilnehmerzahl

24

Kosten

6.630,00 € zzgl. Kosten für Verpflegung und ggf. Unterkunft

Veranstaltungsnummer

K2018-04

Referent(inn)en

Simone
Holderried

Dipl.-Päd., Trainerin Gruppendynamik (DGGO), Supervisorin (DGSv),



Hubert R.
Kuhn

Dipl.-Volkswirt, Trainer für Gruppendynamik (DGGO), Lehr-Supervisor (DGSv)



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