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Stand: 05.07.2016
  • 18. Juni 2020  - 

    ganztags
  • 19. November 2022

Psychosoziale Beratung - systemisch und in Beziehung

Ausgangssituation
Beraterinnen katholischer Schwangerschaftsberatungsstellen leisten mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag zum Lebensschutz, der nach dem Schwanger-schaftskonfliktgesetz (SchKG) durch eine möglichst umfassende Beratung gewährleistet werden soll.
Das Beratungs- und Hilfeangebot der katholischen Schwangerschaftsberatungsstellen umfasst das breite Spektrum möglicher Probleme und Konflikte, die während und nach der Schwangerschaft oder nach einem Schwangerschaftsabbruch auftreten können: psychosoziale Konflikte, Fragen im Kontext von Pränataldiagnostik und bei drohender Behinderung des Kindes, Beratung im existentiellen Schwangerschaftskonflikt. Oftmals finden Ratsuchende über das Angebot finanzieller Unterstützung den Weg zur Beratungsstelle.
Psychosoziale Fragen rücken dann erst auf den zweiten Blick in den Mittelpunkt.
Zu den Aufgaben der Berater/-innen gehören je nach Schwerpunktsetzung jenseits der eigentlichen Beratung auch sexualpädagogische Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, Initiierung und Begleitung von Gruppen mit unterschiedlichen Themenstellungen im Zusammenhang von Schwangerschaft, Geburt und Elternschaft, Mitarbeit im Netzwerk Frühe Hilfen, Online-Beratung sowie Öffentlichkeitsarbeit.
In der Rahmenkonzeption für die Arbeit der katholischen Schwangerschafts-beratungsstellen (KSB) ist die Qualifizierung der Berater/-innen zur Sicherung des Leistungsspektrums und der Qualität als Kurs in mehreren Abschnitten mit Supervision festgelegt.
Dieser Kurs entspricht diesen Anforderungen und qualifiziert für die psychosoziale Beratung, insbesondere für die aktuellen Aufgaben in der katholischen Schwangerschaftsberatung. Der Kurs qualifiziert außerdem zur Beratung und Begleitung im Verfahren einer vertraulichen Geburt.


Zielsetzung und Lernansatz
Der Kurs trägt zur Entwicklung und Erweiterung der beraterischen Kompetenzen in der psychosozialen Beratung, insbesondere im Feld der katholischen Schwangerschaftsberatung, bei. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden darin unterstützt, ihre berufliche Identität als Schwangerschaftsberater/-in auszubilden. Die erworbenen beraterischen Fähigkeiten sind auch auf andere Felder der psychosozialen Beratung übertragbar.

Die Teilnehmer/-innen

  • erwerben methodische Beratungskenntnisse, insbesondere Methoden der systemischen Beratung
  • erweitern ihre Selbst- und Fremdwahrnehmung und ihr Bewusstsein über ihre eigenen Stärken und Schwächen, ihren Umgang mit Nähe und Distanz
  • setzen sich mit ihren Werten und Einstellungen auseinander, v.a. zu den Themen Frau-Sein/Mann-Sein, Sexualität, Schwangerschaft, Familie, Kind
  • setzen sich mit fachspezifischen Themen der Schwangerschaftsberatung sowie mit kirchlichen bzw. katholischen und ethischen Fragestellungen im Themenspektrum Schwangerschaft und Sexualität auseinander
  • lernen Besonderheiten von Kurzzeitberatung und Krisenintervention kennen und
  • entwickeln eine eigene beraterische Haltung und ihr persönliches Berater(innen)profil
  • schärfen ihren Blick für die institutionellen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ihres Arbeitsfeldes


Inhaltliche Schwerpunkte der fünf Kursabschnitte
Einführungstage:
Standortbestimmung und Entscheidung, Präsentation des Kursaufbaus und der Inhalte, Orientierung und Kennen Lernen der Kursleitung und der anderen Teilnehmenden. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Standortbestimmung bietet die Möglichkeit, die persönlichen Lerninteressen zu klären und mit dem Kurskonzept abzugleichen.

Abschnitt 1 - Das System verstehen
Mit der Einführung in die Geschichte und das Selbstverständnis der katholischen Schwangerschaftsberatung wird gleichzeitig die Reflexion des eigenen Selbstverständnisses als Berater/-in angestoßen.
Methoden der systemischen Beratung und die dahinterliegende Haltung (Orientierung an den Ressourcen der Ratsuchenden, Blick auf mögliche Lösungen der Situation) sind ein hilfreiches Instrumentarium für die Arbeit in der katholischen Schwangerschaftsberatung. In diesem Workshop werden verschiedene Techniken vorgestellt, in kleinen Trainingssequenzen erprobt und auf ihre praktische Anwendbarkeit hin überprüft.
Die regionalen Supervisionsgruppen werden in diesem Abschnitt gebildet.

Abschnitt 2 - Die Person der Beraterin, des Beraters und ihr Gewordensein
Die eigenen Vorstellungen von Familie(nleben) und die damit verbundenen Werte sind stark geprägt von Erfahrungen und Auseinandersetzungen mit der Herkunftsfamilie. Die Reflexion des eigenen "Gewordenseins" und der eigenen Bilder von Familie, sowie fachliches Wissen um das "System Familie" unterstützen darin, die Ratsuchenden professionell zu beraten.
Berufsbezogene Selbsterfahrung: Selbstkompetenz als Berater/-in
Beratung in der katholischen Schwangerschaftsberatung ist immer Beziehungsgestaltung. Sowohl in längeren Beratungsprozessen als auch bei Anliegen, die - auf den ersten Blick - eher formal sind, ist die Gestaltung der Beziehung zwischen Berater/-in und Ratsuchender von zentraler Bedeutung. Auch mit Blick auf die vielfältigen Aufgaben in Netzwerken und Gruppen, mit Kooperationspartnern oder der Leitung von sexualpädagogischen Veranstaltungen, ist eine differenzierte Selbst- und Fremdwahrnehmung und ein professionelles Verständnis von Rollen in Teams und Gruppen unerlässlich. Die Person der Beraterin bzw. des Beraters ist ihr/sein wichtigstes "Handwerkszeug".

Abschnitt 3 - Die Ratsuchenden in der katholischen Schwangerschaftsberatung
Die Ratsuchenden in der KSB verbindet, dass sie Unterstützung in Anspruch nehmen, um die Herausforderungen bewältigen zu können, die durch eine Schwangerschaft aufgetreten oder verschärft worden sind. Seit Jahren zeigt sich, dass viele Ratsuchende mit komplexen Notsituationen in die Beratungsstelle kommen.
Dieser Abschnitt richtet den Blick auf die Ratsuchenden der KSB und auf gesellschaftliche und psychosoziale Folgen von Armut und Migration sowie weiteren sozialen Notlagen. Die Auseinandersetzung mit eigenen Fremdheitserfahrungen wird angeregt. Zielgruppenspezifische Beratungsansätze sowie die Vernetzung im Sozialraum werden diskutiert.

Abschnitt 4 - Ethische Entscheidungsfindung
Die Beratung in Krisen und im existenziellen Schwangerschaftskonflikt stellt die spezifische Herausforderung in der katholischen Schwangerschaftsberatung dar. Auch wenn sich der Schwerpunkt der Beratungen seit dem Ausstieg aus dem staatlichen System deutlich verlagert hat, gehört die Beratung in ethischen Konfliktsituationen zur Kernkompetenz der Berater/-innen der KSB. Nicht zuletzt bei Beratungen im Zusammenhang mit vorgeburtlichen Untersuchungen, vertraulicher Geburt oder bei Fragen rund um das Thema Körper und Sexualität ist neben dem Fachwissen eine reflektierte ethische Haltung gefragt.

Die Auseinandersetzung mit "Krise" und Beratung in Krisensituationen sowie Konfliktberatung bilden einen Schwerpunkt in diesem Abschnitt. Außerdem wird die Reflexion eigener ethischer Standpunkte angeregt und mit Positionen der katholischen Kirche verglichen.

Mit diesem Abschnitt wird auch die Qualifikation zur Beratung zur vertraulichen Geburt (Stufe 2) erworben.
In den Abschnitten 2 - 4 werden darüber hinaus aktuelle Themen aus der Praxis vorgestellt.

Abschnitt 5 - Mein Profil als Berater/-in in der KSB
Am Ende des Kurses steht - wie am Anfang - die Person der Beraterin/des Beraters im Mittelpunkt. Ausgestattet mit methodischem Instrumentarium, fachlichem Wissen und persönlicher Beratungskompetenz, gestaltet jede Beraterin und jeder Berater den Beratungsprozess sehr individuell. Die jeweiligen Profile werden zum Abschluss der Fortbildung formuliert und in der Kursgruppe vorgestellt. Aspekte des Selbstmanagements kommen in den Blick und der Kurs wird ausgewertet.
Gemeinsam wird in diesem Abschnitt das Kolloquium vorbereitet und mit geladenen Gästen durchgeführt.


Kosten und Termine
Die ausführlichen Zahlungsbedingungen sind im Fortbildungs-Vertrag geregelt, der zwischen der Fortbildungs-Akademie und dem/der Teilnehmer/-in nach dem Einführungsworkshop geschlossen wird.

Einführungstage: 18. bis 19. Juni 2020, Teilnahmegebühr: 100,00 €
1. Abschnitt: 02. bis 06. November 2020, Teilnahmegebühr: 550,00 €
2. Abschnitt: 22. bis 26. März 2021, Teilnahmegebühr: 550,00 €
3. Abschnitt: 15. bis 19. November 2021, Teilnahmegebühr: 550,00 €
4. Abschnitt: 28. März - 01. April 2022, Teilnahmegebühr: 550,00 €
5. Abschnitt: 14. - 19. November 2022 mit Kolloquium am 18. November 2022, Teilnahmegebühr: 770,00 € inklusive Kolloquiumsgebühr

Acht dezentrale Supervisionstreffen pro Einheit 130,00 €, insgesamt: 1040,00 €
Für die Supervisionstreffen entstehen den Teilnehmenden ggf. zusätzliche Kosten für Fahrt, Verpflegung und Unterbringung.
Teilnahmegebühren insgesamt: 4110,00 €

Dazu kommen jeweils noch die Kosten für Unterkunft und Verpflegung. Im Caritas Tagungszentrum beträgt der Tagessatz derzeit € 113,00. Der Preis richtet sich nach der aktuellen Preisliste des Caritas Tagungszentrums, bitte planen Sie für 2021 eine Preiserhöhung ein.

Vor dem eigentlichen Kursbeginn findet ein Einführungsworkshop statt. Dieser dient dem ausführlichen Kennenlernen von Kurskonzept, Kursleitung und Teilnehmer/-innen.
Der Kurs schließt mit einem Kolloquium ab. Die vollständige Teilnahme am Kurs wird mit einem Zertifikat der Fortbildungs-Akademie bestätigt.

An einzelnen Kursabschnitten werden weitere Referent(inn)en eingebunden, so u.a. die Referentin des Deutschen Caritasverbandes e.V., Sabine Fähndrich.

Für Ihre Teilnahme können Sie bei uns verschiedene Fördermöglichkeiten nutzen. Mehr dazu finden Sie auf unserer Homepage www.caritas-akademie.de. Bitte beachten Sie, dass eine von Ihnen beantragte Förderung zunächst mit der Teilnahmegebühr verrechnet wird. Sollte diese Förderung nicht bewilligt werden, wird Ihnen der Differenzbetrag zur vollen Teilnahmegebühr nachträglich in Rechnung gestellt!


Kooperationspartner
Referat Kinder, Jugend, Familie und Generationen des Deutschen Caritasverbandes e.V., Freiburg

Zielgruppe

Sozialarbeiter/-innen, Sozialpädagog(inn)en in anerkannten katholischen Schwangerschaftsberatungsstellen

Max. Teilnehmerzahl

20

Kosten

4.110,00 € zzgl. Kosten für Verpflegung und ggf. Unterkunft

Veranstaltungsnummer

K2020-10

Referent(inn)en

Birgit
Kepplinger

Psychol. Psychotherapeutin, Leiterin Psychologische Beratungsstelle /Fachstelle Frühe Hilfen, Kehl



Elisabeth
Götz

Dozentin der Fortbildungs-Akademie, Dipl.-Psychologin



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